Praxisseminar – Konditionierung

Pfote Geben

Melly und ich haben wieder einmal ein Praxisseminar absolviert. Dieses Mal stand das Thema Konditionierung auf dem Plan.

Jedes Praxisseminar bei MITTT ist auch mit Theorie verbunden. Bei der Thematik Konditionierung, ging es um die verschiedenen Konditionierungstypen. Die wichtigste Regel bei der Konditionierung lautet, dass Hunde aus Verknüpfungen lernen. Das Hinzufügen oder das Entfernen von Konsequenzen bestimmt ein spezifisches Verhalten beim Hund. Insbesondere das Timing spielt eine große Rolle beim Konditionieren. Verknüpft der Hund falsch, kann dies zu einem unerwünschten Lernerfolg führen. Wird der Hund z.B. nicht kurz vor einem Angstzustand, sondern während des Angstzustandes belohnt, so wird die Angst belohnt und verstärkt.

Ein kurzer Abriss der verschiedenen Konditionierungsformen:

Die klassische Konditionierung

Bei der klassischen Konditionierung, erhält der Hund einen neutralen Reiz, wie z.B. ein Klickgeräusch, auf das dann ein Leckerchen folgt. Der Hund verknüpft nun mit einem neutralen Reiz eine positive Konsequenz. (Bekannt ist hier auch der Pawlowsche Hund). Vielen Hundebesitzern ist wohl aus dem Alltag auch bekannt, dass der Hund mit dem neutralen Reiz des Anziehens der Jacke, einen Spaziergang verknüpft und bereits hier Freude zeigt oder unruhig vor Freude wird. Der Hund lernt aus der Verknüpfung zweier Reize.

Die operante Konditionierung:

Bei der operanten Konditionierung, wird das Verhalten des Hundes durch eine Konsequenz beeinflusst. Sein Verhalten wird spontan oder rein zufällig gezeigt (z.B. das Betteln am Tisch). Zeigt der Hund ein wünschenswertes Verhalten, wird etwas Positives hinzugefügt, damit er dieses Verhalten öfter zeigt. Soll das Verhalten weniger gezeigt werden, dann wird etwas Positives entfernt und/oder etwas Negatives als Konsequenz hinzugefügt. Man erwartet also etwas von einem Hund. Ein Beispiel hierfür ist die Leinenführigkeit. Läuft der Hund neben mir an der Leine, gibt es eine Belohnung. Läuft er in die Leine, wird die Belohnung entfernt, man bleibt stehen und es geht nicht weiter. Oder man fügt etwas Negatives – also eine Strafe – hinzu, wie z.B. einen Leinenruck, wenn der Hund zieht. Bei Leinenführigkeit lässt die Strafe – der Zug am Hals – dann nach. Der Hund lernt durch Erfolg oder Misserfolg.

Die instrumentelle Konditionierung

Hier kann der Hund durch sein eigenes Verhalten seine Zukunft beeinflussen. Eine Verknüpfung von Verhalten und Folge findet statt. Wenn Hunde bei Intelligenzspielen Wege finden müssen, um an das Futter zu kommen, spricht man von einer instrumentellen Konditionierung. Es besteht somit eine große Ähnlichkeit zur operanten Konditionierung.

Die Gegenkonditionierung

Hierbei soll eine unangenehme Reaktion auf einen speziellen Auslöser in eine angenehme Reaktion umgewandelt werden. Indem man ein bestimmtes Verhalten oder eine bestimmte Handlung durchführt, soll das unangenehme Gefühl durch etwas Positives ersetzt werden. Man kann dies erreichen, indem man den Auslöser mit etwas für den Hund Positives verbindet und er es somit als angenehm empfindet. Der Zeitpunkt der Belohnung und stetige Wiederholungen spielen wieder eine entscheidende Rolle. In der Verhaltenstherapie ist die Gegenkonditionierung sehr wichtig, um z.B. Ängste, Wut, Aggressionen etc. beim Tier abzubauen. Das ausgetauschte Verhalten soll bestärkt werden.

Das Klickern lebt insbesondere von der klassichen und operanten Konditionierung. Außerdem ist das kleinschrittige Lernen von immenser Bedeutung, das sogenannte Shaping. Kleine Schritte zum gewünschten Verhalten werden verstärkt, sodass man dem Zielverhalten stets näher rückt. Bsp.: Der Hund hebt nur ansatzweise die Pfote, was durch den Klick belohnt wird. Wurde dies verstanden, wird darauf nur noch belohnt, wenn der Hund die Pfote höher hebt, bis sie schließlich in die Hand genommen werden kann.

Pfote Geben Anfang

Melly erlernt die Pfote zu geben.

Pfote Geben

Nun legt sie bereits die Pfote in die Hand.

Verbindet man verschiedene Verhaltensweisen miteinander, spricht man von Kettenbildungen oder dem Chaining. Das Video zeigt ein Beispiel für einen Kettenverlauf. Nachdem der Tunnel durchlaufen wurde, umkreist Melly den Baum.

 

 

 

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