Bedingungen

Welche Bedingungen sollte der Hund erfüllen? Welche Rahmenbedingungen sollten für die Institution erfüllt werden?

Notwendige Rahmenbedingungen

Man sollte an einer Ausbildung zur hundegestützten Pädagogik teilnehmen. Dies ist zwar nicht verpflichtend, da sie nicht von der Landesschulbehörde in Niedersachsen verlangt wird, aber es sorgt für eine Professionalität in diesem Arbeitsfeld. Man wird zu einem Pädagogikhundeteam ausgebildet. Meine Hunde sind somit Schulhunde, deren Ausbildung durch den „Therapiebegleithund Deutschland e.V.“  sowie „Tiere helfen Menschen e.V.“ anerkannt ist. Es gibt hier keine staatlich anerkannten Ausbildungen, aber durch die Zusammenarbeit mit dem Verband wird die Seriösität unterstrichen. Außerdem sollte man regelmäßig an praxisorientierten Fortbildungsseminaren teilnehmen, damit nachgewiesen werden kann, dass man stets auf dem aktuellsten Stand ist.

Zudem ist es wichtig, dass die Schulleitung offen für diese Projektarbeit ist. Sie sollte der Arbeit zustimmen. Ich habe also erst einmal meine Ziele bzgl. der tiergestützten Arbeit der Schulleitung vorgestellt. Anschließend sollte das Kollegium über diese informiert werden. Ziele, die Arbeit im Unterricht, Möglichkeiten, die ein solcher Einsatz bringt und wie dieser im Detail aussehen könnte, Schwierigkeiten und auch die Fähigkeiten der Hunde habe ich näher erläutert. Eine Schulhundkonzeptvorstellung ist an diesem Punkt sinnvoll. Es ist anzuraten, dass die Gesamtkonferenz, der Schulvorstand sowie die Landesschulbehörde dem Hundeprojekt zustimmen. Es besteht hier zwar keine Notwendigkeit, aber es ist eine fundierte Grundlage. Handelt es sich nur um Hunde AGs, dann kann durchaus etwas weniger Aufwand betrieben werden.

Das Gesundheitsamt, die Haftpflichtversicherung und der Tierarzt – der regelmäßig den Gesundheitszustand der Hunde kontrolliert – sind über den Einsatz der Tiere in der Schule informiert. Regelmäßige Impfungen, Entwurmungen und Behandlungen zur Vorbeugung von Parasiten wie z.B. Zecken und Flöhe, sind eine Selbstverständlichkeit. Bei Krankheiten und Läufigkeit werden die Hündinnen nicht mit zur Schule genommen.

Die Eltern sollten ebenfalls in Kenntnis gesetzt werden und das Konzept sollte ihnen bekannt sein. Sie sollten die Schule auf eine mögliche Hundehaarallergie hinweisen.

Die Grundvoraussetzung für einen positiven Effekt beim Einsatz des Schulhundes

Hierfür ist es wichtig, dass einige Regeln festgelegt und diese eingehalten werden.

  • Der Hund ist auf dem Schulgelände und im Gebäude angeleint.
  • Kein Schüler muss Kontakt zum Hund aufnehmen.
  • Ängstliche Schüler werden behutsam an die Begegnung mit dem Hund herangeführt.
  • Wenn die Klasse damit einverstanden ist, darf der Hund im Klassenraum ohne Leine laufen.
  • Die Klasse, in der Melly oder Lana sich bewegen, ist von außen mit einem Schild gekennzeichnet.
  • Kinder mit Allergien werden besonders beobachtet. Erfahrungswerte aus Schulen mit langjähriger Praxis bzgl. Schulhunde haben ergeben, dass selbst dort, wo eine bekannte Tierhaarallergie vorlag, sich diese nicht auch zwangsläufig beim Schulhund zeigen muss.
  • Gewalt und Aggressionen im Umgang mit dem Tier sind tabu. (Die richtigen Verhaltensweisen werden im Vorfeld von der Lerngruppe erarbeitet, und sie werden im Klassenraum und der Eingangshalle sichtbar ausgehängt.)
  • Für den Hund ist ein Rückzugsort in der Klasse vorgesehen, der nur durch die Lehrkraft betreten werden darf.

 

Welche Bedingungen sollte der Hund erfüllen, um Schulhund werden zu können?

Ein Schulhund begleitet den Lehrer regelmäßig im Unterricht. Hierbei ist noch einmal zu erwähnen, dass die Hunde nur im ausgebildeten Schulhundeteam arbeiten, d.h. dass der Hund nicht verliehen werden darf und die Lehrkraft stets bei der Arbeit mit den Hunden anwesend ist. Außerdem darf der Schulhund kein Störfaktor im Unterricht sein. Deshalb beschränkt sich der Schulhund nicht nur auf eine bestimmte Rasse, sondern sollte vielmehr folgende Wesens- und Leistungsmerkmale aufweisen:

  • keinerlei Aggressionspotenzial
  • defensives Verhalten bei Angriffen
  • innere Sicherheit
  • Interesse und Orientierung am Menschen
  • Verträglichkeit mit Kindern und Jugendlichen
  • Führigkeit und Grundgehorsam sollte gegeben sein
  • hohe Resistenz gegenüber Umweltstress
  • wenig ausgeprägte Speichelabsonderung und wenig Fellverlust